Schlossinsel Harburg

|initiative harburger schloss| der technischen universität hamburg-harburg

Aktuell

öffentliche Präsentation mehr

 

 

 

 

 

einziger noch bestehender Seiten-Flügel des Schlosses

Das Schloss

Die Horeburg

Die erste Erwähnung Harburgs ist im Jahre 1137 datiert. Die „Horeburg“ (Sumpfburg) wird als ein Turmhügelbau mit Palisaden und einem Wassergraben beschrieben. Aus der aufgedämmten Burgzufahrt entwickelt sich um 1200 die noch heute existierende Harburger Schlossstraße. Bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts war die Burg sehr umkämpft und der Besitz wechselte häufig, bis sie schließlich eine Grenzfestung Braunschweigs Lüneburgs wurde. Durch die welfischen Herrscher Braunschweig Lüneburgs erhielt die Ansiedlung 1297 das Stadtrecht und 1307 wurde eine erste Kapelle erbaut.

Bei der Auflehnung Lüneburgs und Hamburgs gegen die welfischen Herrscher wurde die Burg und die Stadt 1396 fast komplett zerstört und ein Jahr später wurde Harburg zunächst an Hamburg ab 1403 an Lüneburg verpfändet.

Während der Pfandherrschaft wurden die Stadt und die Burg wiederaufgebaut. Die Burg bestand nun aus einer Oberburg mit Hauptgebäude, einer vorgelagerten Vorburg und zwei kreisförmigen Gräben. Auch die Stadt wird weiter entwickelt. So entsteht um 1500 auch die zweite Straße, die „Karnapp“.

 

Harburg als Residenz

1527 Zehn Jahre nach dem Ende der Pfandherrschaft ist die Burg die Residenz einer Nebenlinie des braunschweig- lüneburgischen Herzoghauses: Die alte Horeburg wird zum Schloss. Bis zum Aussterben der Nebenlinie 1642 werden zwei Flügel an das bestehende Haupthaus angebaut. Das Schloss erhielt eine Wasserversorgung und die Burgmauer wird zu einem Wall umgebaut. Das Torhaus wird in der Zeit sogar gleich zweimal erneuert.

Aber auch die Stadt profitiert: Sie bekommt Waschhaus , Backhaus und Schlachthaus. Harburg bekommt 1529 Marktrecht. Das Gebiet um den Sand wird bebaut und die Lüneburger Straße entsteht.

Zudem beginnt mit der Anlegung von Holzhäfen 1539 die Geschichte Harburgs als Hafenstadt.

 

Zitadellenausbau und Starke Zerstörung des Schlosses

In Folge des 30 Jährigen Krieges wird das Harburger Schloss zu einer Zitadelle ausgebaut. Die Schlossinsel bekommt die noch heute erkennbare Sternform. So bekommt Harburg wieder eine stärkere militärische Bedeutung. Teile der Stadt fallen dem Ausbau zum Opfer.

Nach der Eingliederung Harburgs nach Hannover dient das Schloss als Regionalverwaltung des Harburger Landgebietes. Die Stadt bekommt 1733 das erste Rathaus in der Schlossstraße. Die Stadt entwickelt sich aber kaum. Im 18.Jahrhundert wohnen konstant etwa 4000 Menschen in Harburg.

Während des siebenjährigen Krieges wird das Schloss durch eine Französische Belagerung stark beschädigt und 1764 in vereinfachter Form wieder hergerichtet. Auch 1813 während der napoleonischen Besetzung wird aufgrund von Unachtsamkeiten ein Flügel des Schlosses zerstört. Das Schloss wird neben der Funktion als Amtssitz ab 1817 auch als Gefängnis benutzt.

 

Industrialisierung in Harburg

Die erste Fabrik in Harburg war eine 1836 eröffnete Likörfabrik. Die Entwicklung Harburgs als Industriestandortes war jedoch stark mit der Entwicklung des Hafens verwoben. 1841 wurde durch eine Beseitigung von Sandbänken im Köhlbrand die Erreichbarkeit des Hafens erhöht. Ende der vierziger Jahre entstanden zudem zwei Hafenbecken im Schlossgrabenbereich. Zudem entstand der östliche Bahnhofskanal. Der Vorteil gegenüber Hamburg und anderen Hafenstädten war der direkte Warenumschlag von der ebenfalls neu errichtet Eisenbahn nach Hannover und den im Hafen liegenden Schiffen. Diese infrastrukturellen Ausbauten sorgten für eine starke Industrialisierung Harburgs, die auch vor allem durch Hamburger Investoren finanziert wurde, die in ihrer Stadt keine Industrie ansiedeln wollten. Aber auch der Beitritt zum Deutschen Zollverein und die Gründung des Deutschen Reiches förderten die industrielle Entwicklung.

Die vor allem aus Öl und Gummi verarbeitenden Betrieben bestehende Industrie Harburgs, sorgte auch für eine Verbesserung der Infrastruktur der Stadt. 1851 bekam Harburg eine Straßenbeleuchtung. 1892 wurde ein neues Rathaus an der heutigen Stelle errichtet. Zudem wurden Anfang des 20. Jahrhunderts ein Elektrizitätswerk und eine Kanalisation gebaut.

Die Bevölkerung Harburgs wuchs von etwa 5000 1850 bis auf über 60000 zum Beginn des 1. Weltkrieges. Diese Entwicklung ist teilweise auch auf die Eingemeindung umliegender Dörfer wie Heimfeld oder Eißendorf zurückzuführen.

Auch die Verbindung zu Hamburg wurde verbessert. Bereits 1829 gab es die erste regelmäßige Dampfschiffsverbindung nach Hamburg. 1872 gibt es die erste Eisenbahnbrücke nach Hamburg und 1899 wird die heute noch existierende Straßenbrücke nach Wilhelmsburg errichtet. 1902 entsteht die erste Straßenbahnlinie nach Hamburg.

Die Industrialisierung sorgt aber auch dafür, dass die 1881 gebaute Unterelbbahn die Stadt trennt. Das Leben der Stadt entwickelt sich südlich der Bahnlinien. Die Keimzelle der Stadt ist nun nur noch durch Industrie und Hafen geprägt.

Das Harburger Schloss verliert während des 19. Jahrhunderts durch die Schleifung der Verteidigungsanlagen seine militärische Bedeutung völlig. Das Amtsgericht wird bis zum Jahre 1897 im Schloss untergebracht. Nachdem die Werft Holtz den inneren Schlossbezirk erwirbt und das Schloss als Wohnhaus für die Besitzerfamilie benutzt wird. Die beiden noch stehenden Gebäude werden zudem stark verändert.

 

 

| Home | Impressum | Kontakt | ©2004 schlossinsel-harburg.de